Bäderrettung oder PR-Manöver? Eine Bilanz der Ausschusssitzung
Wer am Mittwoch die Ausschusssitzung verfolgt hat, rieb sich verwundert die Augen. Es ging um die Zukunft unserer Freibäder – ein Thema, mit dem Samtgemeindebürgermeister Oliver Moje 2021 seinen Wahlkampf fast exklusiv bestritten hat. Doch statt proaktiver Politik erlebten wir eine Verwaltung im „Reparatur-Modus“.
Faktencheck: „Die Idee ist nicht neu“
In der Sitzung wurde mantraartig betont, die Idee der Umstellung auf Chlorgranulat und den flexiblen Einsatz von Rettungsschwimmern käme nicht von mir. Das stimmt sogar: Das Konzept ist nicht neu – neu ist nur, dass die Verwaltung es jetzt plötzlich als ihre eigene Rettungsstrategie verkauft.
Die Fakten liegen auf dem Tisch (und sind durch E-Mails und Zeitungsartikel belegt):
Juli 2021: Mein offizieller Antrag zur Neugliederung der Badeaufsicht und technischen Schulung liegt vor.
November 2021: Direkter Mailverkehr mit Herrn Moje. Ich sende ihm meinen Antrag auf seine Bitte hin erneut zu und biete ein Gespräch an.
Das Ergebnis: Viereinhalb Jahre Funkstille und Untätigkeit.
Die „letzte Patrone“: Das Märchen von der Meisterstelle
Nun wird argumentiert, man habe bewusst gewartet, um eine Meisterstelle zur Ausbildung zu schaffen. Zur Erinnerung: Herr Moje ist seit 2021 im Amt. Diese Stelle wurde erst im Spätsommer 2025 kurzzeitig besetzt und ist heute schon wieder verwaist. Als langfristige Strategie ist das nach vier Jahren Amtszeit schlicht nicht glaubwürdig. Es wirkt eher wie die „letzte Patrone“, um vom eigenen Zögern abzulenken.
Was bleibt für die Bürger?
Während man im Ausschuss wertvolle Zeit damit verbrachte, die Urheberschaft meiner Konzepte kleinzureden, bleibt die eigentliche Sorge: Werden das Heidebad und das Ummelbad nach dem Weggang der Fachkraft Ende Juni wirklich offen bleiben können?
Hätte man 2021 auf meinen Antrag reagiert, hätten wir heute:
Eine umgerüstete Technik.
Geschultes Personal vor Ort.
Planungssicherheit für Familien statt Hoffen auf „Bewerber-Wunder“.
Es ist erfreulich, dass meine Vorschläge von vor fünf Jahren nun endlich umgesetzt werden. Es ist jedoch bedauerlich, dass dies erst unter maximalem Druck geschieht und die politische Fairness dabei völlig auf der Strecke bleibt. Unsere Bäder sind zu wichtig für politische Eitelkeiten.