Zukunftsfeste Freibäder in unserer Samtgemeinde: Klartext, echte Lösungen und verlässliche Zeiten

Unsere Freibäder sind weit mehr als eine „freiwillige Aufgabe“ auf dem Papier. Sie sind soziale Treffpunkte, Orte für Schwimmunterricht, Jugendarbeit und Lebensqualität in unserer Region. Damit das auch in Zukunft so bleibt, dürfen wir die aktuellen Probleme – von explodierenden Kosten bis zum Personalmangel – nicht schönreden, sondern müssen sie an der Wurzel packen.

Wer die Bäder langfristig sichern will, muss Steuergelder ressourcenschonend einsetzen, das Personal wertschätzen und endlich strukturiert planen.

1. Das Personalproblem: Schluss mit hausgemachten Krisen

In den vergangenen Jahren war oft von akuten Personalengpässen zu lesen. Die Wahrheit ist: Vieles davon war leider hausgemacht.

  • Wertschätzung statt Schuldzuweisungen: Wenn Personal kritisiert wird oder für absurd hohe Verbräuche verantwortlich gemacht werden soll, zerstört das das Arbeitsklima. Die Folge waren Kündigungen – in einem Markt, der ohnehin wie leergefegt ist. Wir müssen das Arbeitsumfeld spürbar verbessern!
  • Ganzjährige Perspektiven bieten: Als saisonale Freibäder stehen wir in Konkurrenz mit Ganzjahresbetrieben. Wir müssen attraktive Beschäftigungsmodelle schaffen – etwa durch Kooperationen bei der Ausbildung oder Ganzjahresverträge in Zusammenarbeit mit benachbarten Hallen- und Freibädern.
  • Vorausschauend agieren statt Zeitarbeit: Es kann nicht sein, dass man bis kurz vor Saisonbeginn hofft und mangels B-Plan am Ende zu extrem teuren Zeitarbeitsfirmen greifen muss. Diese Ausgaben belasten den Haushalt massiv.

2. Bewirtschaftungskosten senken: Technische Potenziale und Mathematik nutzen

Der aktuelle Nachtragshaushalt zeigt, wie schnell die Kosten im Heidebad Wilstedt nach oben schießen, während sich die Lage im Ummelbad Hepstedt nach dem Beheben von Fehlern etwas entspannt hat. Wir müssen die Energiekosten systematisch drücken – und dabei die besten Beispiele spiegeln!

Das Erfolgsbeispiel Hepstedt nutzen

In Hepstedt zeigt die Kombination aus Wärmepumpe und einer 25-kWp-PV-Anlage bei kluger Steuerung, wie man die Warmwasserbereitung kostengünstig organisiert. Die Wärmepumpe läuft dort mit einer Jahresarbeitszahl (COP) von über 4.

Warum das Heidebad Wilstedt viel mehr Potenzial hat:

  • Wilstedt hat eine doppelt so große PV-Anlage (50 kWp) und kaum Verschattung durch Bäume.
  • Eine einfache Vergleichsrechnung:Werden für das Heidebad z. B. 250.000 kWh Wärme benötigt und nutzt man eine Wärmepumpe mit einer Leistungszahl von 4, braucht man hierfür nur rund 62.500 kWh Strom.Bei Stromkosten aus der Bündelausschreibung des Landkreises von angenommen 17–18 Ct/kWh (und ohne den eigenen PV-Strom überhaupt einzurechnen!) entspricht das Wärmekosten von knapp 4,3 bis 4,5 Ct pro kWh Wärme.
  • Nahwärme kritisch prüfen: Wenn ohne ausgehandelten Kommunaltarif eine Nahwärmeversorgung von 13 Ct/kWh im Raum steht, muss das politisch und rechnungsbetont hinterfragt werden: Wo liegt unser tatsächlicher Break-Even-Point? Wir müssen die vorhandene PV-Leistung und Wärmepumpentechnik voll ausnutzen, anstatt Steuergelder zu verschenken.

3. Sanierung mit Plan – und neue Finanzierungsbausteine nutzen

Wir dürfen die bauliche Sanierung unserer Bäder nicht von Jahr zu Jahr verschieben.

  • Die Bundes- und Landesprogramme (wie die Sportmilliarde) sind massiv überzeichnet – darauf dürfen wir uns nicht allein ausruhen.
  • Wir brauchen ein eigenes, verlässliches Etappen-Konzept, wann welche Haushaltsmittel für die energetische und bauliche Instandsetzung eingestellt werden, um den Sanierungsstau Stück für Stück abzubauen.
  • Perspektive Akzeptanzabgabe: Künftig bieten die Gesetzmäßigkeiten zur Akzeptanzabgabe aus Wind- und Photovoltaikprojekten eine große Chance auf ein solides finanzielles Fundament. Da diese Mittel primär auf Gemeindeebene anfallen, müssen wir hierzu auf Augenhöhe und partnerschaftlich das Gespräch mit den betroffenen Mitgliedsgemeinden suchen. Was im Kleinen heute schon hervorragend funktioniert – wie etwa die Unterstützung durch WPD bei den Familienfreikarten –, muss perspektivisch im Großen als stabiles Gesamtkonzept für unsere Gemeinschaftsaufgaben etabliert werden.

4. Verlässliche Öffnungszeiten: Planung vom Ende her denken!

In den letzten Jahren wurden Saisoneröffnungen immer weiter nach hinten verschoben. Ursprünglich lag der Standard bei Anfang Mai; zuletzt hieß es oft „frühestens Mitte Mai“ oder die Bäder gingen erst im Juli in den vollen Betrieb.

Transparenz statt Schönrechnerei:

Auf dem Papier sieht ein Haushalt kostenneutral aus, wenn man die Öffnungszeiten drastisch kürzt und Personalkosten einspart. Aber das ist eine Mogelpackung auf dem Rücken der Familien, Schwimmer und Jugendlichen vor Ort!

Meine Forderung: Wir müssen wieder zum Saisonstart Anfang Mai zurückkehren. Dafür muss die Verwaltung vom Ende her denken:

  1. Ziel: Eröffnung am ersten Mai-Wochenende.
  2. Rückrechnung: Wann muss aufgeheizt werden? Wann muss das Wasser rein? Wann müssen Technik und Reinigung abgeschlossen sein?

Wer mit klarem Plan arbeitet, muss im Sommer nicht improvisieren. Lassen Sie uns die Bäder zukunftsfähig, wirtschaftlich und für alle Bürgerinnen und Bürger verlässlich gestalten!

Teile diesen Beitrag

Ähnliche Beiträge