Vorausschauend planen – Geplantes konsequent und wirtschaftlich umsetzen
Einleitung / Standpunkt
Vorausschauende Politik bedeutet, die Aufgaben von morgen bereits heute im Blick zu haben. Es reicht nicht aus, Beschlüsse nur abzuwarten oder erst dann zu reagieren, wenn Fristen verstreichen und der Druck maximal ist. Als Samtgemeindebürgermeister stehe ich für ein vorausschauendes Management: Mit technischem Sachverstand, klaren Konzepten und dem Willen, Infrastruktur ganzheitlich zu entwickeln.
Wo Weitblick bisher fehlt – Konkrete Fälle aus unserer Samtgemeinde
Die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen deutlich, was passiert, wenn Planungen Stückwerk bleiben und ohne Gesamtzusammenhang geführt werden:
- Projektmanagement & Fristen beim Schulbau:
Bei Großprojekten muss das Umfeld von Anfang an mitgedacht werden. Beim Anbau der Grundschule wurden die bisherigen Parkplätze überbaut. Anstatt rechtzeitig für Ersatz zu sorgen, hat man es versäumt, dem benachbarten Grundstückseigentümer fristgerecht ein Kauf- oder Pachtangebot zu unterbreiten. Das Ergebnis sind absehbare Engpässe, die durch vorausschauendes Projektmanagement leicht vermeidbar gewesen wären. - Vorausschauende Kinderbetreuung statt Betreuungslücken:
Der gesetzliche Anspruch auf Ganztagsbetreuung kam nicht überraschend. Dennoch wurden die Horte gestrichen, bevor ein funktionierendes System stand. Die angebotene Ersatzlösung kam für die Familien viel zu kurzfristig und war finanziell so unattraktiv, dass kaum Eltern sie nutzen konnten. Das Ergebnis war eine spürbare Betreuungslücke – verursacht durch fehlende vorausschauende Einarbeitung in das Thema. - Infrastruktur & Ortsentwicklung im Gleichgewicht:
Ausgewiesene Wohnbebauung und Gewerbeansiedlungen (wie etwa in Tarmstedt) müssen im Gleichgewicht mit der sozialen und technischen Infrastruktur wachsen. Infrastruktur darf nicht erst dann nachgezogen werden, wenn Überlastungen sichtbar werden. - Energiewende aktiv steuern statt abwarten:
- Erneuerbare Energien koppeln: Wir bekommen auf dem Gebiet der Samtgemeinde den größten Windpark. Dennoch wurde das Flächenziel für Freiflächen-PV auf 1 % verdoppelt – ohne Wind und PV von Anfang an gemeinsam zu denken. Die Ausgestaltung von Kriterienkatalogen gehört zudem in die Hände der Verwaltung und Politik, nicht in die Hand externer Projektierer.
- Eigene Potenziale nutzen: Auf den eigenen kommunalen Dächern fehlt es an Konzepten für den Umgang mit negativen Strompreisen oder der Umsetzung von Mieterstrommodellen.
- Kommunale Wärmeplanung: Hier darf die Samtgemeinde nicht bloß stiller Beobachter sein, sondern muss aktiv die Weichen stellen.
Weitblick heißt, Entwicklungen zu gestalten, bevor sie uns überrollen. Wer vorausschauend plant, verhindert teure Notlösungen und schafft echte Werte für unsere Dörfer.