TRANSPARENZ

Entscheidungen nachvollziehbar machen – Fakten statt Überraschungen

Einleitung / Standpunkt

Vertrauen in Politik und Verwaltung entsteht durch Offenheit. Entscheidungen dürfen nicht hinter verschlossenen Türen vorgeformt werden, während Bürgerinnen und Bürger sowie der Rat vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Eine moderne Verwaltung muss Kritik aufnehmen, Einwände ernst nehmen und von Anfang an transparent agieren – auf Augenhöhe und im offenen Dialog.

Warum Transparenz aktuell fehlt – Konkrete Handlungsfelder

In zahlreichen Gesprächen – unter anderem beim Sammeln der Unterstützungsunterschriften – wurde mir deutlich, wo Transparenz und Einbindung in den letzten Jahren gefehlt haben:

  • Echter Bürgerdialog statt Abwickeln:Ob bei der Diskussion um Freiflächen-PV-Anlagen oder im Austausch mit Anwohnern (wie etwa im Weidedamm): Viele Bürgerinnen und Bürger haben das Gefühl, dass eigene Vorschläge nicht erwünscht sind oder gar nicht erst diskutiert werden sollen. Transparenz bedeutet aber, Bedenken frühzeitig aufzugreifen und Bürger mitzunehmen, anstatt sie nur zu informieren, wenn alles entschieden ist.
  • Ehrliche Grundlagen bei Ratsentscheidungen:Transparenz muss auch in der täglichen Ratsarbeit gelten. Wenn beispielsweise ein Nachtragshaushalt eingebracht wird – ursprünglich begründet mit der wichtigen Stelle für einen Meister für Bäderbetriebe –, dürfen darin nicht stillschweigend weitere Posten mituntergebracht werden, ohne dass dies offen thematisiert wird. Der Rat braucht ehrliche, vollumfängliche Entscheidungsgrundlagen.
  • Volle Transparenz bei Kosten und Risiken:Ob unerwartete Mehrkosten bei den Energieverbräuchen der Bäder oder Gerichtskosten im Rahmen von Bauleitplanungen (wie beim B-Plan 40), die am Ende die falsche Ebene belasten: Finanzieller Klartext ist die Voraussetzung dafür, dass der Rat und die Öffentlichkeit die Lage korrekt einschätzen können.

Mein Ansatz für eine neue Transparenzkultur

1. Der Ratssaal muss wieder ein Ort der Diskussion werden

In einer repräsentativen Demokratie wählen Bürgerinnen und Bürger ihre Vertreter, damit diese sich tief in schwierige Themen einarbeiten, andere Meinungen abwägen und sachlich streiten. Der Ratssaal darf kein bloßes „Abstimmungs-Organ“ sein, in dem Vorlagen nur noch abgenickt werden. Ich stehe für eine Kultur, die den Öffentlichkeitsgrundsatz stärkt und den sachlichen Diskurs fördert.

2. Frühzeitige & verständliche Information

Wichtige Vorhaben, Bauvorhaben und strategische Konzepte werden verständlich und frühzeitig aufbereitet. Wenn Entscheidungen anstehen, legen wir alle Argumente, Risiken und Zahlen offen auf den Tisch – nicht erst, wenn Alternativen bereits fehlen.

3. Digitales Bürger- & Ratsinformationssystem ausbauen

Komplexe Themen, Beschlüsse und Vorlagen müssen für Ratsmitglieder wie auch für Bürgerinnen und Bürger einfach, schnell und übersichtlich online abrufbar sein.

Transparenz ist kein lästiger Mehraufwand, sondern das Fundament für Vertrauen. Der Ratssaal muss wieder der Ort sein, an dem um die beste Lösung gerungen wird – offen, ehrlich und im Dialog mit den Menschen vor Ort.