Zusammenfassung Podiumsdiskussion
Am Donnerstag, den 27.08.2026, veranstaltete die Zevener Zeitung eine Podiumsdiskussion in Kirchtimke. Ich möchte euch die wesentlichen Punkte dieser Diskussion nochmals erläutern.
Klassisch startete die Runde mit den Vorstellungen und der Motivation, Rathauschef zu werden.
Mein Eingangs-Statement:
„Mein Name ist Dirk Gröffel. Ich bin 40 Jahre alt, Handwerksmeister der Elektrotechnik, Betriebswirt und Fachplaner für Gebäude-Energietechnik aus Wilstedt. Warum trete ich als unabhängiger Kandidat für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters an? Weil ich als Praktiker und Handwerker gewohnt bin, Dinge nicht nur zu verwalten, sondern sie rechenbar zu planen und konsequent umzusetzen. Ich stehe für eine Verwaltung, die sich als moderner, verlässlicher Dienstleister versteht – sowohl für unsere Bürgerinnen und Bürger als auch für die einzelnen Mitgliedsgemeinden. Ich möchte, dass wir im Rathaus transparente Entscheidungswege aufzeigen, Projekte mit Weitblick angehen und vom Ende her denken. Nicht zuletzt gilt es, den Blick für die Dinge zu schärfen, die aktuell liegen geblieben sind.“
Freibäder
In letzter Zeit standen die Freibäder stark in der öffentlichen Wahrnehmung. Seit Corona haben sich die Öffnungszeiten immer wieder nach hinten verzögert – sei es wegen zu spät beauftragter Reparaturarbeiten oder wegen Personalmangels. Technisch und organisatorisch müssen wir schlicht besser werden. Zudem steigen die Bewirtschaftungskosten gerade in Wilstedt unerklärlich an – und das trotz installierter Photovoltaikanlage. Mit der bloßen Installation dürfen wir uns nicht zufriedengeben; hier muss eine echte Systemintegration erfolgen.
In der schönsten Jahreszeit müssen wir es schaffen, Personal langfristig zu binden. Sich jetzt hinzustellen und eine „Kostenneutralität“ als gelungene Lösung zu präsentieren, bedeutet im Umkehrschluss nämlich Leistungseinbußen in Form eines späteren Saisonstarts und verkürzter Öffnungszeiten. Auch die Umrüstung der Chlorierungsanlage für insgesamt 30.000 € hätte es aus meiner Sicht nicht gebraucht, da es beim Umgang mit Chlor technisch keinen Unterschied macht, ob es in Granulat gebunden oder in Gasform vorliegt.
Gemeindedirektor Tarmstedt: Ja oder Nein?
Ich wünsche mir eine Gemeinde Tarmstedt, die als größte Mitgliedsgemeinde und Grundzentrum vorangeht und mehr Eigenständigkeit wagt. Tarmstedt nutzt Gebäude und Personal der Samtgemeinde und bezahlt auch dafür. Nur stimmt das Verhältnis nicht mehr. Auch die Gerechtigkeitsfrage muss gestellt werden, wenn u. a. Breddorf und Wilstedt eigene Verwaltungskräfte beschäftigen. Hier wird die Personalkraft der Samtgemeinde über Gebühr genutzt.
Die Aufgabe eines Gemeindedirektors ist es, die Beschlüsse des Rates umzusetzen. Dazu bedarf es aus meiner Sicht einer eigenen Verwaltungskraft in Tarmstedt. Wenn diese Voraussetzung geschaffen ist, spricht auch nichts dagegen, dass der Samtgemeindebürgermeister weiterhin die Funktion des Gemeindedirektors übernimmt.
Chancen der Windkraft & Photovoltaik
Das Landschaftsbild wird sich erheblich verändern. Aus meiner Sicht ist man die Planung für Freiflächen-Photovoltaik (FFPV) jedoch handwerklich falsch angegangen. Während in Bayern viele kleinere FFPV-Anlagen einen Zuschlag bekommen – was vermutlich zu einer höheren Akzeptanz führt –, entstehen bei uns Großanlagen mit über 40 Hektar. Man hat es verpasst, sich frühzeitig intensiver mit dem Thema zu beschäftigen; zudem hätte man Windkraft und Photovoltaik von Anfang an zusammen denken müssen.
Für die Kommunen bietet sich hier dennoch eine sehr gute finanzielle Chance. Die Samtgemeinde partizipiert über die Samtgemeindeumlage davon. Über die gesetzliche Akzeptanzabgabe können wir unser Angebot an freiwilligen Leistungen perspektivisch nicht nur halten, sondern sogar ausbauen. Dies erfordert jedoch einen runden Tisch mit den Mitgliedsgemeinden. Sie sind die eigentlichen Empfänger der Abgabe, haben aber die Möglichkeit, bis zu 50 % an die Samtgemeinde abzuführen. Hier gelten alle meine Grundsätze: wertschätzend, vorausschauend und transparent. Wenn es darum geht, bis zu 2 Millionen Euro jährlich sinnvoll zu verteilen, müssen diese Grundsätze konsequent gelebt werden.
Jugendtreff – Aufgabe der Samtgemeinde oder der Gemeinde?
Ich sehe den Jugendtreff nicht im Aufgabenbereich der Samtgemeinde. Soziale Infrastruktur entsteht vor Ort in den Mitgliedsgemeinden und ist auch dort zu verankern, da die Bedarfe unterschiedlich sind. Die Samtgemeindeverwaltung muss hier als moderner Dienstleister auftreten und die Gemeinden beispielsweise bei Förderanträgen oder Genehmigungsverfahren tatkräftig unterstützen.
Finanzen & Haushalt
Ein Punkt, der als Themenblock vorgesehen war, es aber leider nicht in den Zeitungsbericht geschafft hat, ist das Thema Finanzen. Hier habe ich nochmals die Tragweite der fehlenden Jahresabschlüsse und deren negative Auswirkungen auf die Mitgliedsgemeinden erörtert.
Auch die niedrige Abarbeitungsquote des Haushalts habe ich deutlich angesprochen: Mit jeder nicht umgesetzten, aber veranschlagten Leistung erhöhen wir unnötig die Umlagelast der Mitgliedsgemeinden. Wenn es der Landkreis mit einem zwanzigfachen Haushaltsvolumen in kürzester Zeit schafft, seine fehlenden Abschlüsse aufzuarbeiten, müssen wir das im Rathaus mit den richtigen organisatorischen Maßnahmen ebenfalls hinbekommen.
Einerseits hat mich die zustimmende Anmerkung des CDU-Fraktionsvorsitzenden am Abend sehr gefreut. Andererseits stellt die CDU aber auch die Mehrheit im Rat, um hier gegenzusteuern – was in den letzten Jahren leider versäumt wurde.
Also packen wir es an. Mit Sachverstand aus Meisterhand!